Redenschreiber – die guten Geister im Hintergrund

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Fragen und Antworten zum Thema „Reden schreiben“

1. Warum lassen viele Redner ihre Reden schreiben – warum tun sie es nicht selbst?

Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:

  1. Topmanager, Politiker oder Prominente haben randvolle Terminkalender. Fürs Redenschreiben braucht man jedoch Zeit und Muße.
  2. Reden schreiben will gelernt sein. Für gute Redemanuskripte braucht man gute Redenschreiber.
  3. Bekannte Persönlichkeiten sollen auf Kongressen oder bei gesellschaftlichen Anlässen manchmal zu Themen sprechen, von denen sie nur wenig Ahnung haben. Natürlich möchten sie trotzdem einen guten Eindruck machen – mithilfe eines Redenschreibers.

 

2. Wer schreibt die Reden denn dann?

  1. Mitarbeiter der unternehmensinternen Kommunikationsabteilung, zum Beispiel Pressesprecher.

Mögliche Vorteile:

  • Als Kommunikationsprofis haben sie ein Gefühl für Sprache.
  • Evtl. haben sie bereits Erfahrung als Redenschreiber.
  • Sie kennen den Redner und die Strukturen, Abläufe und „Befindlichkeiten“ innerhalb des Unternehmens.
  • Sie sind evtl. „im Thema“.
  • Sie kosten nichts extra.

Mögliche Nachteile:

  • Für Pressesprecher ist das Redenschreiben oft eine (lästige) Aufgabe von vielen – es besteht Stressgefahr.
  • Nur wenige Pressesprecher sind erfahrene Redenschreiber.
  • Die Kenntnis des Unternehmens und der unternehmensspezifischen Themen kann zu „Betriebsblindheit“ führen. Zum Beispiel wird der interne Fachjargon oft vorausgesetzt. Das kommt bei einem branchenfremden Publikum nicht gut an.
  • Die Kommunikation zwischen Chef (Redner) und Pressesprecher (Redenschreiber) ist hierarchisch – also nicht auf Augenhöhe.
  • Oder es kommt erst gar nicht zu einem direkten Kontakt, der Kommunikationschef fungiert als „Mittelsmann“.
  • Fruchtbarer Austausch, professionelle Beratung und konstruktive Kritik sind so nur schwer möglich.
  • Manche Pressesprecher befürchten einen „Karriereknick“, wenn der Chef ihren Rede-Entwurf ablehnt.
  • Sie wollen dann auf keinen Fall etwas falsch machen und kopieren darum aus „abgesegneten“ Dokumenten der Fachabteilungen – das Ergebnis: langweilig.

2. Persönliche Referenten der Geschäftsführer oder Vorstände.

Möglicher Vorteil:

  • Sie kennen ihren Chef und das Unternehmen.

Mögliche Nachteile:

  • Viele „Assis“ sind chronisch überlastet und haben keine Zeit für die anspruchsvollen Aufgaben eines Redenschreibers.
  • Sie sind keine PR-Profis.
  • Sie wissen nicht, wie man eine gute Rede schreibt.

3. „Hauptamtliche“ Redenschreiber (in großen Unternehmen und Verbänden sowie in der Politik)

Möglicher Vorteil:

  • In der Regel Vollprofis mit einer Vergangenheit als Journalisten oder als freiberufliche Redenschreiber.

Mögliche Nachteile:

  • Betriebsblindheit, hierarchische Strukturen und Monotonie können die Kreativität lähmen.
  • Oft haben sie keinen direkten Kontakt zum Redner (das Briefing kommt vom Kommunikationschef).

4. Externe Redenschreiber

Mögliche Vorteile:

  • Erfahrene Redenschreiber können sich schnell in den jeweiligen Redner einfühlen und schreiben ihm die Rede auf den Leib.
  • Als externe Dienstleister können sie auf Augenhöhe und vertraulich mit den Rednern kommunizieren.
  • Sie haben den „Blick von außen“, erkennen das Wesentliche.
  • Sie recherchieren schnell und effizient und erfassen die Kernpunkte.
  • Sie wissen, mit welcher Rede-Dramaturgie, welchen Inhalten und welchen rhetorischen Stilmitteln der Redner das Publikum mitreißen und begeistern kann.

Mögliche Nachteile:

  • Die externen Redenschreiber kennen (zunächst) den Redner, das Unternehmen und die Unternehmenskultur nicht oder nur oberflächlich.
  • Komplexe unternehmensspezifische Themen sind für einen externen Redenschreiber manchmal schwer zu durchschauen.
  • Der Auftraggeber kann an einen schlechten Redenschreiber geraten.
  • Erfolgreiche Redenschreiber sind nicht gerade billig.

Fortsetzung folgt!

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